Allgemeines

Die Klinische Abteilung für Pädiatrische Hämato-/Onkologie der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz ist als universitäres Zentrum spezialisiert auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Tumor-, Blut-, und immunologischen Erkrankungen. Jährlich werden rund 200 Kinder und Jugendliche erstvorgestellt, etwa 60 davon haben eine bösartige Erkrankung. Die Behandlung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen (Kinder-, Neurochirurgie, Pathologie, Radiologie, Nuklearmedizin, Strahlentherapie). Ärzte und diplomiertes Pflegepersonal werden unterstützt durch Physio-, Logo-, Ergotherapeuten, klinische Psychologen, Lehrer und Sozialarbeiter. Zu den häufigsten Krebsformen im Kindes- bzw. Jugendalter zählen Leukämien und Krebserkrankungen der Lymphknoten, gefolgt von Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS), dem Neuroblastom, sowie Weichteil-, Nieren-, und Knochentumoren. Die Krebsformen des Kindesalters zeichnen sich durchwegs durch ein äußerst rasches Zellwachstum – also eine hohe Teilungsrate der bösartigen Zellen – aus. Diese hohe Malignität bedingt aber andererseits auch die Möglichkeit einer erfolgreichen Behandlung durch eine intensive Therapie. Mit einer solchen, meist mehrmonatigen Zellgifttherapie (Chemotherapie), oft in Verbindung mit Operation und Strahlentherapie, liegt die Heilungsrate erkrankter Kinder derzeit bei 75%.

Gutartige (benigne) Bluterkrankungen reichen von einer alleinigen (isolierten) Erniedrigung der roten oder weißen Blutkörperchen oder Blutplättchen bis zum schweren Knochenmarkversagen, bei dem alle diese Zellen meist stark erniedrigt sind und nicht mehr ausreichend nachgebildet werden können. Viele dieser Erkrankungen sind äußerst selten und können nur an spezialisierten Einrichtungen behandelt werden.

Die meisten Kinder und Jugendlichen mit hämato-/onkologischen Erkrankungen werden nach klinischen Studien behandelt. Man spricht von sogenannten Therapieoptimierungsstudien. Dies gewährleistet eine optimale Behandlung nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, gleichzeitig eine Verbesserung der Heilungsaussichten und Weiterentwicklung der Behandlungsmöglichkeiten sowie eine Begrenzung behandlungsbedingter Nebenwirkungen und Spätfolgen. Der Einschluss von Kindern mit Krebserkrankungen in klinische Studien ist hauptverantwortlich dafür, dass heute Krebs im Kindes- und Jugendalter in einem hohen Prozentsatz heilbar ist.
Letzte Aktualisierung: 20.11.2014